Buch-Marketing – Nutze Feiertage & den Einzelhandel #4

Egal welchen Titel ihr geschrieben habt, es gibt für jedes Genre auch eine Möglichkeit mal im Einzelhandel die Fühler auszustrecken! Viele Autoren und Autorinnen, gerade auch Selfpublisher/innen, rennen sich auf deutsch gesagt die Hacken ab und versuchen oft vergeblich im Buchhandel unterzukommen, um dort ein kleines Plätzchen zu ergattern. Das ist zum einen sehr frustrierend, aber auch sehr, sehr zeitaufwendig und demotivierend obendrein!

Ich persönlich pfeife auf den Buchhandel und es ist auch nicht mein Ziel, unbedingt dorthin zu gelangen. Wenn es sich ergibt, gut, dann sage ich sicher nicht Nein – aber es gibt so viele andere Möglichkeiten, sodass ihr den Buchhandel überhaupt nicht braucht und ihr auch nicht auf ihn angewiesen seid.

Macht euch doch mal Gedanken darüber, wo euer Titel passen würde, wer eure Zielgruppe ist, bzw. welche Personen es genau sind, die eure Bücher lesen. Wenn ihr das wisst, dann überlegt euch, welcher Einzelhandelsbereich bietet Produkte zum Verkauf an, wo euer Buch passen würde. Geschenkboutiquen sind beispielsweise eine gute Adresse. Gerade zu den Feiertagen, wie jetzt zu Weihnachten oder aber auch zu Ostern, Muttertag, usw., haben diese Läden Hochsaison und es tummeln sich dort etliche Kunden. Nehmt Kontakt zu den Inhabern auf und fragt einfach, ob der Geschäftsinhaber bereit ist, eurer Buch als Kommissionsware mit in sein Sortiment aufzunehmen.

Kinderbuchautoren/innen finden sicher Gehör in Kinder-Bekleidungsboutiqen, die oftmals auch noch außer Bekleidung, weitere Produkte für Kinder mit im Sortiment haben, wie beispielsweise Plüschtiere, Spielzeug, usw. – da würde sicher auch ein Kinderbuch gut hineinpassen. Spielwarengeschäfte haben gerade in der Vorweihnachtszeit Hochbetrieb und bieten oftmals auch kleine Mengen Kinderbücher an – einfach mal anfragen – das kostet euch nur ein wenig eurer Zeit und ggf. einen Telefonanruf, … ist aber eine gute Chance eure Titel als Kommissionsware dort unter zu bekommen.

Kleinere Schreibwarengeschäfte haben manchmal auch eine gewisse Anzahl Bücher neben kleinen Geschenkartikeln mit in ihrem Sortiment – hier passen so ziemlich alle Genre rein. Gleiches bezieht sich auf Zeitschriften,- bzw. Tabakgeschäfte. Auch in diesen Geschäften findet man oft einen Ständer mit einer kleinen Auswahl an Büchern. Aber aufpassen! Es gibt sogar auch heute noch Tabakläden, in denen doch tatsächlich auch noch geraucht wird – da würde ich meine Bücher nicht unterbringen, da sie schnell nach Rauch stinken.

Möbelhäuser haben meistens auch sogenannte „Wohn-Accessoires“ mit im Sortiment, das geht über Geschirr für den Haushalt, Decken, Kissen, Bilder, … ach, einfach alles, das zum behaglichen Wohnen & Leben, dazugehört. Möglicher Weise passt auch hier dein Buchtitel in das angebotene Sortiment.

Einfach mal  einen Tag investieren, einen Schwung deiner Bücher einpacken und durch verschiedene Geschäfte schlendern und schauen, „wo“ dein Buch passen könnte. Sprecht die Ladenbesitzer direkt an und gebt bei Interesse ein Musterexemplar raus. Notiert euch, wer eure Musterbücher bekommen hat und fasst eine Woche später telefonisch oder persönlich nach! (Tipp: diese Musterexemplare stempele ich immer mit „unverkäufliches Musterexemplar“)

Aber Achtung: In dem Moment, wo ihr eure Titel über den Einzelhandel oder wo auch immer verkauft, betreibt ihr ein Gewerbe. Als Autor hingegen, bist du freiberuflich tätig. – In dem Fall, wenn du selbst deine Bücher veräußerst, benötigst du einen Gewerbeschein, da du dann neben der freiberuflichen Tätigkeit auch gewerblich aktiv bist! Unbedingt hier auch die rechtliche Lage bedenken und wenn du dir nicht sicher bist, lass dich von Personen beraten, die sich in dem Bereich auskennen. Und ja, dass diese Geschäfte das nicht umsonst machen, dürfte ja auch klar sein, nicht wahr? Vereinbart mit ihnen einen Betrag pro verkauftem Buch und haltet dies im Kommissionsvertrag schriftlich fest. (Bei Wiederverkäufern darfst du Rabatt geben – Buchhändler bekommen auch 40% von deinem Buch, aber ansonsten darfst du keinen Rabatt geben – Buchpreisbindung!) Für den jeweiligen Geschäftsinhaber ist es leicht verdientes Geld, für dich eine riesen Möglichkeit neben deinem Verdienst, neue Leser/innen zu erreichen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten! Zudem hast du bereits den Fuß in der Tür, wenn du weitere Titel herausbringst!

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, immer einen Kommissionsvertrag mit dem jeweiligen Geschäftsinhaber abzuschließen, sodass du alles schriftlich hast. Ihr müsst auch immer nachhacken, ob eure Bücher schon verkauft wurden und wann ihr nachliefern sollt.  In den wenigsten Fällen melden sie sich von selbst, dazu haben die Geschäftsinhaber oft auch gar keine Zeit. Und ja, kleiner Tipp nebenbei: Fragt nicht, ob ihr nachliefern dürft, sondern, wann ihr nachliefern sollt! 

Kleine Einzelhandelsgeschäfte haben zudem noch den Vorteil, dass du relativ wenig Konkurrenz hast. Im Buchhandel liegst du mit unzähligen anderen Titeln im Wettstreit, im Einzelhandel dagegen sind es oftmals nur ein paar wenige Titel, die neben deinem Buch mit angeboten werden. Auch das ist sicherlich ein sehr guter Vorteil für dich als Autor/in! Und gerade in der Vorweihnachtszeit ist so manches Buch auch ein spontaner „Mitnahme-Artikel“ – Das Buch wird gesehen und direkt gekauft mit Gedanken wie zum Beispiel: Ach, das wäre ja auch noch etwas für XY zu Weihnachten. Gleiches zu Ostern, Muttertag, usw. Meistens hast du sogar noch die Möglichkeit, neben deinen Büchern auch entsprechendes Werbematerial mit auszulegen. Flyer, Visitenkarten, Postkarten, usw. …

Im Frühjahr dieses Jahres war ich bei uns in Mülheim an der Ruhr in unserer Fußgängerzone mit einem Stand auf einer Pflanzenmesse vertreten. Dort waren an dem Tag, wie man sich ja sicherlich schon denken kann 😉 einige Gärtnereien und Gartencenter als Aussteller. Eines dieser Gartencenter hatte ich schon eine Weile im Visier, da dieser Gartenfachbetrieb hier bei uns in der Region sehr bekannt und auch beliebt ist.  So bin ich an dem Tag direkt zu dem Stand gegangen, habe den Inhaber gefragt, ob er Interesse hat, mein Buch: „Mein Nasch-Balkon/Sonderedition“ in seinem Gartencenter mit zu verkaufen. Spontan war er interessiert, somit gab ich ihm ein Musterexemplar und meine Visitenkarte und vereinbarte mit ihm, dass ich mich in einer Woche telefonisch bei ihm melden würde. Gesagt, getan, ich rief nach einer Woche an und siehe da, … er selbst hatte keine Zeit gehabt, das Buch zu lesen, aber eine Mitarbeiterin hatte das Buch entdeckt und ihren Chef gefragt, ob sie es mal lesen darf. Da diese Mitarbeiterin das Buch gut fand, hat er es dann in seinem Gartencenter zum Verkauf ausgestellt. Es steht sogar direkt an der Kasse – nun, was will ich mehr? – Ein voller Erfolg! … und genauso klappt das auch mit allen erdenklichen Einzelhandelsgeschäften!

Wer Ratgeber im Bereich Basteln schreibt, für den bieten sich Geschäfte mit Bastelzubehör an. Geschenke-Boutiquen sind eine interessante Anlaufstelle, wenn es um Titel mit kreativen Verpackungen der Geschenke geht (hier passen aber auch andere Titel), wer über Tipps zum Nähen schreibt, da sind kleine Stoff-Märkte eine gute Adresse, usw …  es gibt wirklich unzählige Möglichkeiten!

Wenn ihr keine Zeit habt, einen Tag durch die Stadt zu gehen und direkt mit potentiellen Geschäften Kontakt aufzunehmen, dann macht euch eine Liste, welche Läden für eure Bücher interessant sein könnten. Über Branchenseiten im Netz könnt ihr die Firmendaten raussuchen und dann heißt es, den Telefonhörer in die Hand nehmen und anrufen!  Nun ja, … und auch nicht gleich bei dem ersten „Nein“ die Flinte ins Korn werfen, gelle 😉 … dann rufst du halt die nächste Firma an, solange, bis du Erfolg hast. So schwer ist das gar nicht 😉

Eine gute Möglichkeit sind beispielsweise auch Straßenfeste, bzw. Nachbarschaftsfeste, wenn so etwas bei euch im Wohngebiet veranstaltet wird. Zum einen lernen deine Nachbarn „ihre“ Autorin, bez. „ihren“ Autor, kennen – oftmals ist es doch so, wenn du in Häuserblocks wohnst, das deine Nachbarschaft nicht einmal weiß, dass du Bücher schreibst – Setzt euch mit dem jeweiligen Veranstalter diesbezüglich doch einmal in Verbindung, wenn eine Veranstaltung dieser Art bei euch geplant ist.

Hotels und gut besuchte Cafes sind übrigens ebenso eine gute Gelegenheit. Gerade in den Cafes sitzen oft morgens die älteren Herrschaften und treffen sich dort zum Plausch. Meistens sind dies auch Personen, die zuhause gerne und viel lesen. Fragt doch einfach mal den Cafe-Inhaber und macht ihm den Vorschlag, einen schönen Büchertisch für die Cafe-Besucher zum Kauf der Bücher anzubieten, wenn es mit euren Titeln passt. Geht einen Vormittag hin, trinkt dort einen Kaffee und haltet euch etwas länger dort auf. So seht ihr, welches Publikum sich dort aufhält und könnt ein wenig einschätzen, ob es „euer“ Publikum ist. Wenn dieser Bücherstand von Seitens des Cafes dann vielleicht auch noch per Aushang vorweg angekündigt wird, um so besser!

Inzwischen gibt es in Deutschland einige Katzen-Cafes – viele Katzenliebhaber sind begeisterte Leseratten – auch hier würde sich ein toller Bücherstand gut machen. – Ihr müsst das einfach ausprobieren! Das ist vor allem eine tolle Gelegenheit für Autoren, die Bücher über Katzen schreiben, allerdings passen hier sicher auch viele andere Buchtitel mit auf den Büchertisch. – Gleiches gilt für Titel über Hunde – hier sind Hundeschulen oder Hundepensionen ggf. eine gute Adresse, nachzufragen, ob sie deine Bücher in Kommission zum Kauf auslegen! Selbst Zoo-Fachgeschäfte für Kleintiere sind eine Anlaufstelle um deine Bücher dort in Kommission auszulegen, wenn sie vom Thema her passen. Oder gar Baumärkte, wenn du Titel über den Selbstbau diverser Tier-Behausungen schreibst.

Du schreibst Bücher über Pferde? Nun, es gibt doch sicher auch bei dir in der Gegend Reiterhöfe, Reitschulen, oder vielleicht sogar Geschäfte, die Reiter-Zubehör anbieten, usw. In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch ein Bücher-Verkaufsstand auf einem kleinen, regionalen Reitturnier eine Gelegenheit …

Lasst eurer Kreativität freien Lauf! Es gibt so unsagbar, unendlich viele Möglichkeiten, deine Bücher an deine zukünftige Leserschaft heranzuführen – dazu brauchst du keinen Buchhandel 😉 – Du musst einfach nur selbst aktiv werden und dich mit deinen Titeln dort hin begeben, wo deine zukünftige Leserschaft anzutreffen ist.

In diesem Sinne…

Viel Erfolg! Habt einen schönen Sonntag und passt gut auf euch auf!

Eure Lisa

 

 

 

 

 

 

 

 

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