Veröffentlichen als Selfpublisher oder über einen Verlag?

Für viele angehende Autoren und Autorinnen stellt sich oft die Frage: Bringe ich mein Buch über einen Verlag oder als Selfpublisher heraus? Heute möchte ich euch gerne einmal ein paar Anstöße geben, vielleicht hilft euch das etwas bei eurer Entscheidung.

Mein Werdegang als Autorin hat mit einem Verlag begonnen. Irgendwie war das eine doch recht lustige Geschichte. Ich war im Internet auf der Suche nach interessanten Aufträgen für mein Business und auf einmal sprang mir eine Anzeige ins Auge, in der stand: Junger Verlag sucht Autoren. Einen kurzen Moment habe ich nachgedacht, mich dann aber recht schnell dazu entschlossen, auf diese Anzeige zu antworten, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt ja schon ein paar Jahre meine Internetseite: Mein Nasch-Balkon. Ich habe gedacht: Ja, warum eigentlich nicht? Aus dieser Internetseite lässt sich auch ein Buch machen. Gedacht, getan … und es dauerte auch gar nicht lange, da bekam ich vom Inhaber dieses Verlages Antwort und somit nahm dann alles seinen Lauf.

Mein „Erstingswerk“ „Mein Nasch-Balkon“ ist seit Dezember 2013 auf dem Markt und es verkauft sich selbst heute nach mehreren Jahren noch immer gut. Also, war die Entscheidung auch goldrichtig. Dann kam eine längere Pause, da ich gesundheitlich aus dem Verkehr gezogen war, aber irgendwie lies mich das Schreiben nicht los, da es mir so viel Freude machte. Ideen hatte ich auch noch mehr wie genug und so fing ich an, das nächste Buch zu schreiben. Für mich stellte sich dann aber die Frage: Mache ich das wieder über meinen Verlag, oder bringe ich meine Bücher selbst heraus? Ich entschied mich für die Selfpublisher-Variante. Nicht, weil ich mit meinem Verlag unzufrieden war, nein, im Gegenteil, die Zusammenarbeit war immer super und ist auch heute noch richtig toll. Mich reizte es einfach, es „selbst“ zu machen.

Ein Buch über einen Verlag herauszubringen, ist mit vielen Annehmlichkeiten verbunden. Der Verlag erstellt das Cover, macht das Lektorat und Korrektorat und bringt die Bücher/Ebooks auf den Markt. Hier hat man als Autor den Vorteil, dass man zum einen keine Kosten hat, da alles vom Verlag getragen wird und man braucht sich auch nicht um die Veröffentlichung kümmern. Letztendlich entscheidet aber der Verlag, wie, was, gemacht wird und das ist ja auch sein gutes Recht, denn der Verlag trägt ja auch alle Kosten, ebenso das Risiko, wenn sich das Buch nicht verkaufen lässt. Wenn du einen guten und kooperativen Verlag hast, wirst du als Autor in die Entscheidungen mit einbezogen, aber es gibt auch Verlage, die alles so machen, wie sie sich das vorstellen.

An dieser Stelle auch einmal den Hinweis: Finger weg von Druckkostenzuschußverlagen – damit werdet ihr nicht glücklich, sondern lasst nur unnötig euer hart verdientes Geld. Das liest sich immer alles wunderbar, aber es kommt keinerlei Untersützung, denn diese Unternehmen drucken quasi nur, mehr nicht und ihr habt zu Hunterten später eure Bücher im Keller liegen. Finger weg, sobald ihr als Autor Geld im Voraus für irgend etwas bezahlen sollt.

Nun ja, ich schrieb mein nächstes Buch und lud meine Dateien als Taschenbuch und auch als Kindle Edition (Ebook) bei Amazon hoch. Oh je, das war echt ein Akt für mich, da ich ja von tuten und blasen keine Ahnung hatte, zumal bei Amazon Createspace alles in englisch ist und ich da mit meinem Schulenglisch, das ja schon mehr als 40 Jahre her ist, nicht wirklich weiter kam. So musste der Google-Übersetzer herhalten und ich habe wirklich Satz für Satz übersetzen lassen und mich so durchgewuselt – aber, es hat funktioniert. 🙂 Zum Teil haben mir auch meine Autorenkollegen/innen vom Verlag geholfen, die da schon mehr Ahnung von hatten. Manchmal war ich echt mit meinen Nerven am Ende, weil ich nicht vorwärts kam, aber letztendlich habe ich es dann ja doch hinbekommen. Ihr dürft euch auch von solchen Dingen nicht abschrecken lassen. Mit jedem Buch, dass ihr weiter einstellt, geht es dann auch besser und irgendwann wisst ihr genau, was, wie, wo, gemacht werden muss, dann braucht es auch keinen Übersetzer mehr 😉

Nun denkt sich sicher der eine oder andere, na, dann mach ich es doch über einen Verlag, dann brauche ich mich um nichts mehr zu kümmern – das ist nicht ganz richtig so – denn, auch wenn du über einen Verlag dein Buch herausbringst, bist du mit für die Vermarktung deines Titels zuständig. Der Verlag macht sicher vieles, damit dein Buch sich auch verkauft, aber du selbst muss auch deinen Teil dazu beitragen, dass das Buch auch die Leser/innen erreicht, die du erreichen willst. Und hier ist oft der Hund begraben, viele Autoren denken einfach … soll das doch der Verlag machen. Ich schreibe das Buch und dann bin ich damit fertig und brauche nur noch das Geld in Empfang nehmen – ganz so einfach ist es nun doch nicht! 😉

Ob man als Selfpublisher oder über einen Verlag veröffentlicht, man selbst ist dafür verantwortlich, dass die Bücher/Ebooks auch von potentiellen Käufern gefunden werden. Und ja, wenn ihr euer Buch selbst herausbringt, recherchiert eure Titel, ob es sie schon gibt. Das kann u. U. ein böses Erwachen geben, wenn die Titel schon vorhanden sind. Bei der Verlagsveröffentlichung macht das der Verlag für euch, ansonsten müsst ihr das selber machen.

Ich hatte unlängst den Fall, dass eine Autorin den Titel eines meiner Bücher mit zwei klitzekleinen Änderungen, genommen hatte. Ich bin da rigoros und auch knallhart und mache wirklich eine Titelschutzklage. Habe mir dann das Buch gekauft, da ich wissen wollte, ob sie auch meine Inhalte übernommen hatte – was aber nicht der Fall war. Allerdings war der Inhalt dieses Buches wirklich überall aus dem Netz zusammengeschrieben. Leute, macht nicht so einen Fehler! Wenn ihr Bücher schreiben wollt und euren Lesern etwas mitteilen wollt, dann doch bitte mit euren eigenen Texten. Auch bei einigen ihrer anderen Titel konnte man in den Rezensionen lesen, dass die Text wohl aus dem Netz stammten. Die Leser sind ja nicht dumm und haben oftmals auch schon ähnliche Bücher gelesen, sodass sie informiert sind. – Das ist echt der Untergang für euch als Autor. Zwischenzeitlich hat die Gute fast ihre ganzen Titel bei Amazon gelöscht. Im Laufe des Schriftwechsels mit meinem Anwalt und der Autorin stellte sich dann auch heraus, dass sie so gut wie gar keine Bücher verkauft hatte, da sie überhaupt keine Werbung gemacht hatte.

Viele angehende Autoren/innen sind im Glauben, ich lade mein Buch oder Ebook hoch und dann kommen die Käufer von selbst und die Euros rollen nur so …  – Ja, das wäre zu schön, ich glaube, davon träumen wir alle 😉 – Die Realität ist aber ein bisschen anders.  Nun ja, wie soll das auch gehen bei Milliarden von Büchern, Ebooks, usw.? Wenn ihr nicht auf euer Buch aufmerksam macht, findet es kein Mensch.

Es ist nicht damit getan, „nur“ das Buch zu schreiben und herauszubringen, sondern, sobald das Buch erschienen ist, fängt eigentlich die richtige Arbeit erst an. Dennoch, ich kann nur jedem raten, der mit dem Gedanken spielt, ein Buch herauszubringen, es auch zu tun, sofern euch das Schreiben Spaß macht. Ich persönlich bin eine begeisterte Selfpublisherin, aber, das muss jeder für sich selbst entscheiden, was für ihn besser ist. Wenn ihr Fragen habt, meldet euch einfach bei mir …

 

 

 

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